Wir waren mal schlauer
Die Situation aktuell: Die Denkgewohnheiten, Gefühlsschablonen, Rollenstereotypen und Verhaltensmuster des Industriezeitalters sind noch fest in den Menschen verankert. Aber die Probleme von morgen lassen sich nicht mit „Programmen“ lösen, die von gestern sind. Das Bewusstsein für die Dimension vor uns liegender Herausforderungen zu schärfen, ist eine Sache. Aber es wohin und wie erweitern? 

…weg vom organisierten Lernen
„Organisiertes Lernen“ durch Bildungssysteme und Bildungseinrichtungen hatte in der Vergangenheit bis zum Industriezeitalter, die Aufgabe „funktionierende“ Menschen auszubilden. Menschen, die der Obrigkeit gehorchen, die die Normierung der Gesellschaft blind erfüllen. Ziele waren: Gleichheit und Anpassung. Was Selbstverleugnung und Selbstaufgabe bedeutet. Und maximal demotivierend ist. So sind Lern- und Veränderungsprozesse bis heute eher negativ besetzt. 

…hin zu lernenden Individuen
Heute stehen wir vor gänzlich anderen Herausforderungen. Und noch nie waren Menschen so frei in ihren Möglichkeiten. Lebenslanges Lernen erfordert, den Einzelnen zu befähigen, sich und seinen Lernprozess selbst zu managen.

Wer ist es, die*der lernt? Wer bin ich/sind wir? Wer will ich/wollen wir sein? Wofür stehe/n ich/wir? Wofür entscheide ich mich? An diesen existenziellen Fragen reiben sich heute viele auf: Personen, politische Parteien, Gesellschaften, …

Warum spielt die Bearbeitung dieser Fragen in der Bildung bis heute keine Rolle? Menschen sind einzigartig, verschieden, unvergleichlich. Die Zunahme von Identitätskrisen und psychischen Erkrankungen, oft als Anpassungsschwierigkeiten diagnostiziert, spiegeln das Überlebte und den Mangel. 

Selbst ist die Frau bzw. der Mann!
Selbstmanagement – dazu gehören Selbsterkenntnis und wie ich sie erlange, Selbstwahrnehmung und das Bewusstsein über das eigene Selbstkonzept; die Fähigkeit, seinen Identitätsprozess selbst zu steuern und zu führen, Selbstregulation und Spielformen für die freie, kreative Entfaltung des Selbstausdrucks sowie alles rund um Performance – der Begriff steht hier für individuelle Fähigkeiten, die eigene Bestleistung und für den Gesamtauftritt. 

Auf welcher Basis?
Die größten Potenziale stecken im Wissen vom „Menschen“ und von der „Welt“: Körper, Seele, Geist? Physisches und Psychisches? Intellekt und Verstand oder Vernunft und Intuition? Emotionale Intelligenz? Mit allen Sinnen oder von Sinnen? 

Braucht Mensch alles? Welches Weltbild und welches Menschenbild lehren wir, bilden wir aus, leben wir? Nach welchen Kriterien? Oben ist vorn und unten das letzte? Welche Kultur wollen wir?

Und wie?
Nach dem bis heute gängigen Bildungskonzept „Wissen auf Vorrat“? 

…hin zu individualisiertem Lernen
Sich selbst, der Welt und dem Universum auf den Grund zu gehen und die eigenen Begabungen und Neigungen zu etwas Einzigartigem ausbauen, das könnte zum roten Faden im eigenen Leben werden. Das ist Individuation.

…im ongoing work in progress
Für all das brauchen Organisationen ganzheitliche Lösungen, die Kulturganzes und Unternehmensziel in Übereinstimmung bringen und dabei jedem Einzelnen Spielräume für die individuelle und freie Entfaltung bieten. 

…und: Wissen verwirklichen
Wissen „erwerben“, das reicht dabei nicht. Denn Wissen heißt nicht Können. Und Können heißt nicht, es auch wirklich tun. Wissen muss verwirklicht werden, mit Leben gefüllt, gelebt werden… 

Und Lernen darf durchaus entspannt sein. Wer clever ist, aktiviert sein Default Mode Network, sein „Ruhezustandsnetzwerk“. Anders gesagt: Clevere lassen das Gehirn seinen Job machen. Es darf dabei nicht von äußeren Reizen abgelenkt werden. 

Es muss sich auf sich selbst konzentrieren und Gedanken zusammenführen können. Vielleicht motiviert die Tatsache, dass diese Pflege des Gehirns vor Alzheimer schützen könnte – nach jetzigem Wissensstand…

Naturgegebenes übertrifft Technik um Längen – es kostet obendrein nichts.